Windows 10 (Preview) parallel installieren – Variante 2

[14.08.2015]
Hinweis von Christian (Kommentar) bezüglich UEFI ergänzt.

In der ersten Variante wurde die Installation über Hyper-V vorgestellt. Die nun gezeigte Variante funktioniert ab Windows 7 und höher. Das Betriebssystem wird über einen Datenträger direkt über einen Neustart in eine VHD-Datei installiert.

Voraussetzungen

Wie in der Variante 1 wird ein ISO-Image der Windows 10 Preview benötigt. Darüber hinaus wird ein bootbarer Datenträger benötigt, der das Image aufnehmen kann. Ich persönlich bevorzuge ein USB-Stick. Eine Möglichkeit den USB-Stick mit Windows 10 zu betanken, ist ein Tool von Microsoft – Windows 7 USB/DVD Download Tool -, das kostenfrei genutzt werden kann.

Hinweis zum USB-Stick:
Bitte beachtet, dass es bei der Verwendung eines USB-Sticks in Verbindung mit UEFI, das Windows 7 USB/DVD Download Tool nicht verwendet werden kann (Danke Christian für den Hinweis). Als Alternative bietet sich das Programm Rufus an

Zuletzt noch eine VHD-Datei mit entsprechender Größe.

Nochmal kurz:

VHD(x) anlegen

Die Installation erfolgt in einer VHD-Datei, diese muss zuerst angelegt werden

  • Öffnen der Datenträgerverwaltung
  • Aktion > Virtuelle Festplatte erstellen anwählen

    Screenshot Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen (#01)
    Screenshot Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen (#01)
  • Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen

    Screenshot Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen (#02)
    Screenshot Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen (#02)
    1. Ort und Name wählen
    2. Festplattengröße auswählen
    3. Es ist auch eine VHD möglich (Unterschiede > http://www.antary.de/2012/12/11/neuerungen-von-vhdx-im-vergleich-zu-vhd/)
    4. Dynamische Erweiterung nutzt nur den tatsächlichen Verbrauch und nicht sofort die Maximalgröße
  • Datenträgerinitialisierung und mit dem Partitionsstil „MBR (Master Boot Record)“ fortfahren
  • Volume anlegen, Größe festlegen und Laufwerksbuchstaben zuordnen
  • Partition formatieren
    Die Bezeichnung hilft nur bei der Identifizierung, ist aber nicht notwendig.

Nun sind die Voraussetzungen gegeben die Preview zu installieren.

VHD(x) betanken mit „Neustart“

Mit dem Neustart und dem booten des Mediums erscheint die gewohnte Installationsroutine.

Die Installation kann nun bis zur Auswahl des Ziellaufwerks fortgesetzt werden.

Screenshot: Ziellaufwerk auswählen
Screenshot: Ziellaufwerk auswählen
  • Mit „Shift + F10“ wird nun eine administrative Konsole geöffnet
    Screenshot: Administrative Konsole inkl. der Befehle zur Einbindung der VHD-Datei
    Screenshot: Administrative Konsole inkl. der Befehle zur Einbindung der VHD-Datei
    1. Nun sollte man auf das Laufwerk wechseln auf dem die VHD-Datei gespeichert wurde (hier C:)
      Es kann durchaus sein, dass es auf Laufwerk D: oder weiteren liegt, einfach durchprobieren
    2. „Diskpart“ starten
      diskpart
    3. Auswahl der VHD-Datei
      select vdisk file=“C:\Win10PreviewEN_overDISM.vhdx
    4. Einbindung der VHD-Datei.
      attach vdisk
    5. Diskpart verlassen
      exit

Mit der Aktualisierung der Auswahl des Ziellaufwerks, erscheint nun die soeben eingebundene Datei und kann nun zur Installation genutzt werden.

Screenshot: Zielauswahl inkl. eingebundender VHD-Datei
Screenshot: Zielauswahl inkl. eingebundender VHD-Datei

 

VHD(x) betanken mit DISM

Neben der oben beschriebenen „Neustart“-Variante gibt es seit Windows 8+ die Möglichkeit die VHD-Datei direkt mit dem Befehl DISM zu betanken.

Hierzu sollte man das ISO-Image einbinden (hier unter dem Laufwerksbuchstaben F:\) und eine administrative Konsole öffnen.

Screenshot: Win 10 Preview Installation über DISM
Screenshot: Win 10 Preview Installation über DISM
  • Auf das Laufwerk mit dem eingebundenen ISO wechseln (hier f:\)
  • In das Vezeichnis sources wechseln
  • Prüfung der vorhandenen Editionen (uns interessiert hier aktuell Index 2)
    dism /get-wiminfo /wimfile:install.wim
  • VHDX (Laufwerk hier G:\) betanken
    dism /apply-image /imagefile:install.wim /index:2 /ApplyDir:G:\

Einbindung des VHDX-Images

Die soeben erstellte VHDX-Datei kann man nun direkt oder mit einer erstellten Kopie verwendet werden.

Screenshot VHDX + Bereitstellen
Screenshot VHDX + Bereitstellen

Das Image wird nun als Laufwerk eingebunden. In dem hier vorliegenden Fall wurde das Laufwerk F: zugewiesen.

Über die administrative Konsole kann nun mit dem Befehl bcdboot das Windows Image eingebunden werden. Mit dem Befehl msconfig kann die Systemkonfiguration verifiziert werden und das Standardbetriebssystem wieder zurückgewählt werden.

Screenshot bcdboot + msconfig
Screenshot bcdboot + msconfig

Mit dem nächsten Neustart hat man nun die Qual der Wahl J – viel Spaß.

Und das war es?

Die gezeigten sind nur einige Varianten, aber nicht alle. Es gibt noch weitere, die ich aber nicht weiter betrachte. Ein weiteres kann auch noch hier: http://blog.alekel.de/windows-10-preview-parallel-installieren-teil-1/ nachgelesen werden.

Quellen/Verweise

3 Gedanken zu „Windows 10 (Preview) parallel installieren – Variante 2

  1. Hallo Christian,

    vielen Dank für den Hinweis. Das mit UEFI stimmt und werde den Hinweis oben noch ergänzen.

    Auch Deinen Hinweis mit dem Update kann ich bestätigen – leider! Ich habe auch keine keine Lust dies weiter zu versuchen.

    Danke

  2. Hallo Alex.

    Ich möchte hier kurz anmerken, dass die „Betankung“ eines USB-Sticks mithilfe des „Windows 7 USB/DVD Download Tool“ nur dann funktioniert, wenn es sich bei dem verwendeten oder Ziel-System um ein klassisches BIOS-System handelt (einfach: Rechner/Notebooks, die vor Erscheinen von Windows 8 ausgeliefert wurden). Bei UEFI-Systemen kann diese Variante nicht verwendet werden, da das Tool ausschließlich in NTFS formatiert, was für UEFI „verboten“ ist. Für UEFI muss ein Datenträger in FAT32 vorliegen. Daher ist der Verweis irreführend. Entweder die Anleitung für beiderlei Systeme gleichermaßen gestalten oder sich auf eine Variante beschränken und explizit darauf hinweisen 😉

    Für alle anderen, die mitlesen und mittlerweile am Verzweifeln sind: Für UEFI-User bietet sich das Tool „Rufus“ an (kostenlos), welches in der Lage ist, UEFI-konforme Boot-Medien zu erstellen und kinderleicht zu bedienen ist. Alles was fehlt ist die richtige ISO, ein kompatibler Stick (ab 4 GB aufwärts) und ein wenig Geschick mit der Erstellung einer VHD(x) oder einer zweiten logischen Bootparition. Dafür fehlt jedoch hier der Platz und die Zeit darauf näher einzugehen. Google hilft gerne 😉

    Ansonsten gute Arbeit, Alex.

    • Noch ein Kommentar, bevor die Shitstormer ihr Fressen finden: Natürlich ist es obsolet, für eine Alpha oder Beta die Secure-Boot Option aktiviert zu lassen. Da das Thema sich jedoch um die Parallelinstallation von Windows 8/8.1 und 10 dreht, möchte unbedingt erwähnt werden, dass eine Deaktivierung von Secure-Boot zu einem fehlerhaften Booten von Windows 8 (und folgende) führen wird.
      Es sollte daher eine oberste Premisse darstellen, künftige Systeme auf dem gleichen Stand wie Windows 8 zu installieren. Und das ist UEFI. Wer von Windows 7 kommt, dem dürfte es relativ egal sein, vorausgesetzt er nutzt keine aktuellste Hardware, die wiederum UEFI unterstützt. Es wäre dumm darauf zu verzichten. Windows ist dank Secure-Boot in der Lage Rootkit-Malware besser und effizienter aufzuspüren, als ohne.
      Es ist mir als ausgiebiger Beta-Tester daher völlig egal, was die ganzen Hater und Spinner da draußen meinen: UEFI ist besser als BIOS. Folglich ist ein System basierend auf UEFI auch besser als ein älteres. Wer darauf folgend also zu faul, naiv oder dumm ist, sich mit der Materie auseinander zu setzen, der sollte sich keine Betas installieren. Es ist Fakt, dass ohne UEFI Windows 8 nicht mehr startet. Es ist Fakt, dass ohne UEFI auch Windows 10 keinen richtigen Sinn ergibt. Folglich sollte Windows 10 auch nur so installiert werden, wie es vorgesehen wurde.
      Einen Test über eine VHD zu wagen, ist durchaus interessant, doch nun kommt der Nachteil:

      Es lässt sich nicht updaten!

      Wer also bereits eine Technical Preview als VHD installiert hat, wird vor dem gleichen Problem stehen, wie alle anderen auch. Das liegt daran, dass Windows 10 nicht als Installation auf einer VHD vorgesehen ist. Microsoft wirbt dafür, dass Windows sich auf beinahe allen Geräten installieren lässt, einschließlich Raspberry Pi. Doch derzeit scheint es nicht produktiv genug zu sein, virtuelle Installationen zuzulassen. Daher ist es auch als Beta-Tester unproduktiv so etwas ausgiebig zu testen. Lieber eine logische zweite Partition, als anschließend für jedes Major- bzw. Interims-Update eine Clean-Install zu wagen.

      Aber das ist nur meine Meinung. Jeder soll es so versuchen, wie er Lust und Ressourcen hat. 😉

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